Martin Kral führte die Abenteuerlust schon mit 15 Jahren in die USA

Name: Martin Kral

Kommt aus: Bad Leonfelden

Lebt in: Seattle/USA

 

Obwohl er schon fast sechs Jahrzehnte in den USA lebt, fühlt sich der gebürtige Bad Leonfeldner Martin Kral noch immer als Mühlviertler. Seit dem vergangenen Jahr ist sein Bezug zur alten Heimat sogar noch etwas stärker geworden: Sohn Logan ist von den USA nach Bad Leonfelden übersiedelt.

1961, im Alter von erst 15 Jahren, betrat Martin Kral erstmals amerikanischen Boden – konkret in Houston, Texas, wo seine Tante wohnte. „In Bad Leonfelden war es damals für einen Jugendlichen sehr ruhig. Die USA waren für mich mit ihrer Musik und Kultur viel reizvoller. Natürlich war es aber auch Abenteuerlust, die mich ins Ausland getrieben hat“, erinnert sich der gebürtige Mühlviertler. Unterstützung für sein Vorhaben, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die High School zu besuchen, kam vor allem von seiner Mutter, die bereits mit zwölf Jahren ihre Heimat in Bayern verlassen hatte.

Nach einem einjährigen Intermezzo in der Heimat – Martin Kral arbeitete unter anderem bei der Firma Eybl – ging es 1964 wieder nach Übersee, wo er schließlich im darauffolgenden Jahr in Oklahoma – er wohnte bei seiner Englischlehrerin  – die High School abschloss und seine Zeit als Teenager genoss. So spielte Martin Kral auch als Schlagzeuger in einer Band. Um der Einberufung nach Vietnam zu entkommen, meldete sich Martin Kral anschließend zum freiwilligen Militärdienst bei der Marine, wo er vier Jahre lang im Einsatz war und letztlich auch seine Frau Karen kennenlernte, mit der er seit 50 Jahren verheiratet ist.

Vom Politologen zum Publizisten

An der University in Washington in Seattle absolvierte der Auswanderer ein Studium der Politologie und blieb als Spezialist für Osteuropapolitik einige Jahre an der Universität. Da ihm als österreichischer Staatsbürger ein Job bei Boeing in der Westküstenmetropole oder bei der CIA verwehrt blieb, wechselte Martin Kral Anfang der 1980er-Jahre als Publizist zur Stadtverwaltung von Seattle, wo er bis zu seiner Pensionierung 2014 arbeitete. Hier war er vor allem für die Distribution der städtischen Aussendungen verantwortlich.

In all der Zeit blieb der Mühlviertler seiner alten Heimat verbunden, obwohl speziell in den ersten Jahren in den USA die Kommunikation mit den Eltern und seinen drei Geschwistern sehr eingeschränkt war. „Ab 1972 sind wir alle drei, vier Jahre nach Oberösterreich auf Urlaub gefahren, außerdem hat es mich immer sehr interessiert, was sich in Österreich tut“, sagt Martin Kral, dessen Sohn Logan (37) nach Beendigung seines Biologiestudiums den umgekehrten Weg einschlug: Er zog nach Bad Leonfelden und arbeitet hier vorerst in der Hotellerie.

Der 74-Jährige findet auch noch in seinem Ruhestand Gefallen am Schreiben und Publizieren – vor allem als Vize-Präsident im Austria Club of Washington. Hier war er maßgeblich für das Erscheinen eines österreichischen Kochbuchs (Austrian Cuisine) verantwortlich, das auch im Internet erhältlich ist. Außerdem züchtet er Dahlien und tauscht sich unter anderem über das Jahrbuch „Dahlies of Today“ mit Gleichgesinnten aus. Freude bereitet ihm auch das Fotografieren – in seinem Archiv befinden sich 4000 Dahlienfotos, Wandern und Skifahren. Martin Kral schließt nicht aus, dass er einigen Jahren in seine alte Heimat zurückkehrt, wo er vor allem auf die Mehlspeisen freut. Als Politologe hat er natürlich einen Tipp für die Präsidentenwahl im November parat: „Ich glaub nicht, dass Donald Trump wiedergewählt wird.“

Martin Kral
(c) privat

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