Barbara Schwendtner: Daumen hoch für Oslo!

Name: Barbara Schwendtner

Kommt aus: Bad Leonfelden

Wohnt in: Oslo/Norwegen

 

Wer überlegt, vom Mühlviertel nach Norwegen zu ziehen, der sollte einen gut bezahlten Job in Aussicht und eine Affinität zur kalten Jahreszeit haben. Barbara Schwendtner aus Bad Leonfelden lebt und arbeitet bereits seit sieben Jahren in der norwegischen Hauptstadt Oslo und hat dort vor allem die guten beruflichen Rahmenbedingungen zu schätzen gelernt.

Nach der Matura zog es die heute 32-Jährige nach Wien zum Geographie-Studium. „Im Anschluss daran wollte ich ein Auslandspraktikum absolvieren und kam 2012 das erste Mal nach Oslo, wo es mir sehr gut gefallen hat“, erzählt die gebürtige Mühlviertlerin. Die anschließende Suche nach einen Vollzeitjob in Österreich gestaltete sich hingegen weniger erfreulich. Barbara Schwendtner begann daher, sich in ganz Europa umzuschauen – und landete ein Jahr später wieder in der Hauptstadt Norwegens. Mit einem interessanten und gut bezahlten Job im Bereich Geografische Informationssysteme (GIS) in der Tasche, der ihr nach wie vor große Freude bereitet. „In Norwegen empfängt man Studienabgänger mit offenen Armen und bietet ein tolles Arbeitsumfeld“, erzählt sie. Es gebe flachere Hierarchien als in Österreich, der Chef schaue einem nicht ständig über die Schulter und man genieße das Vertrauen der Vorgesetzen. Generell könne man in Norwegen sehr flexibel arbeiten, was sich auf Motivation und Zufriedenheit positiv auswirke. Anpassungsprobleme gebe es auch wegen der Sprache kaum, Norwegisch sei einfach zu erlernen.

Die Hauptstadt des Königsreichs, die zu den teuersten in der Welt zählt, bietet laut Barbara Schwendtner ideale Bedingungen für sportliche Aktivitäten wie Radfahren und Langlaufen. So könne man die Langlaufskier problemlos in die U-Bahn mitnehmen und befinde sich bereits 20 Minuten später auf der Loipe. Und dank der tiefen Temperaturen in diesen Breitengraden könne man diesen Sport mehrere Monate lang ausüben. Dagegen gingen im Sommer die Temperaturen kaum über 20 Grad hinaus, was die Bad Leonfeldnerin manchmal schmerzlich bedauert, ebenso wie die vergleichsweise geringe Auswahl an Import-Produkten in den Supermärkten.

Ihr Freundeskreis besteht hauptsächlich aus anderen „AusländerInnen“, die zum Arbeiten nach Norwegen gekommen sind. Mit den Inländern werde man dagegen weniger schnell warm, diese würden ihre FreundInnen meist schon aus der Schulzeit kennen. ÖsterreicherInnen trifft Barbara Schwendtner meist vor allem bei kulturellen Veranstaltungen in der Botschaft. Mit den Lieben in der Heimat hält sie regen telefonischen Kontakt und verbringt drei- bis viermal pro Jahr einen Urlaub im Mühlviertel.

Obwohl die Eltern zu Beginn noch dachten, ihre Tochter würde lediglich ein paar Monate im hohen Norden bleiben, haben sie Barbara Schwendtner niemals Steine in den Weg gelegt. Dass sie in einigen Jahren wieder ins Mühlviertel zurückkehrt, ist nicht ausgeschlossen. Jungen Menschen rät die Bad Leonfeldnerin, die sich bietenden Chancen und Erfahrungen im Ausland zu nutzen.

Foto: (c) privat

1 Comment

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Martin Kralreply
19. Mai 2020 at 17:05

Gatuliere meiner Nichte zum Entschluß ihre Zukunft auf diese Weise zu bewältigen. Es wird ihr sicher eine professionelle Erfahrung geben die in der Heimat nur unter besonderen Umständen möglich wäre. Wie ich – der schon 1961 in die USA (und danach Seattle) ausgewandert war – hat sie Erkennungen gemacht die ihr ein international aufgeschlossenes Verhalten sicherte. Dabei ist eine gute Beziehung zur Heimatgemeinde und uns Verwandten erwünschenswert, denn die ständige Kommunikation untereinander (möglich gemacht durch moderne Medien) erlaubt uns Ausflüglern am Geschehen dort teilzunehmen und sich nicht als Fremde zu fühlen.

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