Richard Küng: Uni Linz punktete gegen Jobangebot von Google & Co

Name: Richard Küng

Kommt aus: Hagenberg im Mühlkreis

Lebt in: Kalifornien/Linz

Obwohl erst 31 Jahre alt, zählt der Hagenberger Richard Küng zu den international anerkannten Experten im Bereich Quanteninformatik. Nach 13 Jahren Ausbildung und Forschung an Top-Hochschulen im Ausland, entschied sich der Jungwissenschafter trotz eines attraktiven Jobangebotes der Internetriesen Google und Amazon für die Rückkehr in seine Heimat, das Mühlviertel.  Er bewarb sich erfolgreich für eine Junior-Professur an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU). Seit 1. April forscht er dort in der zukunftsträchtigen Disziplin Quanteninformatik.

Beeindruckender kann ein Lebenslauf kaum sein: Nach der Matura am BG/BRG Freistadt, die er als Jahrgangsbester mit einem Notendurchschnitt von 1,0 abschloss, entschied sich der gebürtige Hagenberger Richard Küng für das Studium der Interdisziplinären Naturwissenschaften an der ETH Zürich. Ende 2016 absolvierte er das Doktoratsstudium in theoretischer Physik mit summa cum laude an der Universität Köln. Darauf folgte ein Forschungsaufenthalt am Dahlem Center für komplexe Quantensysteme in Berlin und im September 2017 übersiedelte Richard Küng schließlich nach Kalifornien. Dort arbeitete er am weltweit führenden California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena. Das ist übrigens jene Top-Universität, an der die TV-Serie „The Big Bang Theory“ spielt. Vor drei Jahren verlieh ihm Landeshauptmann Thomas Stelzer die Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich.

„Wegen der Corona-Epidemie bin ich schon eine Woche früher nach Hause zurückgekehrt als ursprünglich geplant, worüber ich im Nachhinein sehr froh bin“, erzählt der weitgereiste Mühlviertler. Seither wohnt er (wieder) im Dachgeschoss des elterlichen Hauses in Hagenberg und hilft in seiner Freizeit liebend gern im Garten mit oder hilft seiner Mutter Gabriela Küng beim Kochen von Mühlviertler Spezialitäten. Die Kontakte zur Heimat, insbesondere zu seiner Familie und zu Freunden, hat er übrigens nie abreißen lassen, weil ihm die MühviertlerInnen und deren Mentalität in all den Jahren im Ausland immer gefehlt haben. Geschätzt hat er in Kalifornien die offene und freundliche Art der Menschen. „Dort ist es kein Problem, Bekanntschaften zu schließen, allerdings sind diese meist oberflächlicher als im Mühlviertel, wo Freundschaften praktisch ewig halten“, erzählt der Wissenschafter, der zu Hause wieder seiner großen Leidenschaft, der

Bienenzucht, nachgehen will. Extrem gefallen hat ihm in den USA, dass die Menschen dort ein Grundvertrauen in andere Menschen haben und sehr zukunftsorientiert sind. Trotzdem vermisst er – wieder daheim – wenig. Einzig seine Freundin, die wegen der Corona-Pandemie noch in der Schweiz bleiben muss. „Ich hoffe aber, dass sie im Herbst zu mir ins Mühlviertel zieht“, freut sich Richard Küng.

An der JKU hat sich der Mühlviertler zum Ziel gesetzt, den guten Ruf der Universität im Bereich Informatik durch sein Know-how in der Quanteninformationstheorie und dem computergesteuerten Lösen großer Datenmengen, sowie seine guten Kontakte nach Kalifornien zu festigen. Der Forscher erwartet sich von seiner Disziplin vor allem im Pharmabereich durch die Entwicklung neuer Arzneien und Wirkstoffe Fortschritte. Aber auch in der Informationstechnologie sind etwa beim Verschlüsseln von Daten Fortschritte zu erwarten.

Foto: (c) privat

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