Fotokünstlerin Gerlinde Miesenböck schätzt die bayerische Mentalität

Name: Gerlinde Miesenböck

Kommt aus: Hirschbach

Lebt in: München

Fotograf*innen gibt es viele, aber nur von wenigen sind die Werke auch außerhalb der Landesgrenzen gefragt. Die gebürtige Hirschbacherin Gerlinde Miesenböck, die der Liebe wegen viel Zeit in München verbringt, kann nicht nur auf zahlreiche Preise und Auszeichnungen verweisen, sondern ist mit etlichen Ausstellungen im In- und Ausland längst ein fixer Bestandteil im Bereich der Fotokunst.

„Ich habe schon in der Schule gewusst, dass ich später eine künstlerische Richtung einschlagen werde“, erzählt die 43-Jährige. Obwohl die Mühlviertlerin nach der Matura am Gymnasium Freistadt gerne nach Wien gegangen wäre, begann sie an der Kunstuni Linz Mediengestaltung zu studieren. Denn nur dort wurde auch der Bereich Fotografie unterrichtet. Im Zuge des Studiums absolvierte Gerlinde Miesenböck auch einen längeren Aufenthalt im britischen Manchester. Akademische Luft schnupperte sie außerdem in Finnland.

Am elterlichen Bauernhof lässt es sich gut arbeiten

Lag der Schwerpunkt der Arbeit als Fotografin zu Beginn noch in den klassischen Bereichen Reise und Porträt, ging Gerlinde Miesenböck ab den 2000er-Jahren immer stärker in Richtung Fotokunst. Ab diesem Zeitpunkt begannen auch die ersten Ausstellungen im In- und Ausland, wobei ihre Arbeiten bald mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. Zuletzt erhielt sie 2020 den Heinrich-Gleißner-Förderpreis.

Zugute kam ihr am Beginn ihrer Karriere als Fotokünstlerin, die sie bis nach Asien und in die USA führte, dass es am elterlichen Bauernhof in Hirschbach viel Platz zum Arbeiten inklusive Dunkelkammer gab, bis sie dann 2009 ein Atelier in Linz ergatterte.

Obwohl die Mühlviertlerin viel Zeit bei ihrem Lebensgefährten in der bayerischen Landeshauptstadt verbringt, ist die Nachfrage nach ihren Werken in Österreich am größten. „Hier habe ich viele Netzwerke und bin in der Branche bekannter als in Bayern“, sagt Gerlinde Miesenböck. Aber auch in ihrer zweiten Heimat haben sich in letzter Zeit vielversprechende Projekte ergeben. Generell schätzt sie die Mentalität der Bayern. Die Menschen dort würden zwar zum Granteln neigen, aber dafür wisse man bei ihnen schnell, woran man sei.

In der süddeutschen Millionenstadt zieht es die Mühlviertlerin immer wieder in den Englischen Garten, der mittlerweile zu ihrem zweiten Lieblingsplatzerl nach Hirschbach, wo sie – wenn sie daheim ist – gern ausgedehnte Spaziergänge unternimmt, geworden ist. Aber auch an der Isar, in einem Biergarten und in Oberbayern fühlt sie sich wohl.

Werke von Gerlinde Miesenböck unter dem Titel „Das Erbe“ sind Ende August im Rahmen des Festivals „Der neue Heimatfilm“ im Freistädter Salzhof zu sehen.

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