Erich Leimlehner: Das Mühlviertel ist die große Liebe geblieben


Name: Erich Leimlehner

Kommt aus: Lasberg

Lebt in: Basel/Schweiz

 

Nach der Matura in Linz schien es, als ob der Lasberger Erich Leimlehner eine klassische österreichische Lehrer-Laufbahn einschlagen würde. Hatte er doch zuerst in der Volksschule und anschließend in der Hauptschule in Gutau einen Job bekommen. „Doch plötzlich stach mich mit Mitte 20 der Hafer und ich begann zu zweifeln, ob ich das wirklich bis zur Pension machen möchte“, erinnert sich der heute 79-Jährige gebürtige Mühlviertler.

Über Freunde in Salzburg erfuhr der Mühlviertler, dass in der Schweiz Lehrer gesucht würden, zudem würden gute Gehälter gezahlt. Erich Leimlehner bewarb sich und übernahm in der Nähe von St. Gallen eine Volksschule. Gleichzeitig studierte er in Zürich Deutsch und Geschichte und schrieb an der Uni der Schweizer Finanzmetropole und an der Uni Wien seine Dissertation über die Folgen der sowjetischen Besetzung im Mühlviertel. Nach der anschließenden Gymnasiallehrerprüfung keimte aber wieder der Wunsch nach einer Rückkehr in die Heimat auf. Doch aus privaten Gründen zerschlug sich das Vorhaben, der Lasberger blieb endgültig im österreichischen Nachbarland Schweiz hängen.

Sohn nahm für Österreich an Olympischen Spielen teil

Seit 30 Jahren lebt Erich Leimlehner nun in der Nähe der Chemiemetropole Basel und war dort bis zu seiner Pensionierung Schullleiter. Er heiratete, gründete eine Familie in der Schweiz, doch die Liebe zum Mühlviertel blieb ihm bis heute erhalten. Und das hat er auch an seine Familie weitergegeben. Sein Sohn Fabian, ein Spitzenturner, wechselte als Doppelstaatsbürger zur Union Lasberg, um 2012 in London für Österreich an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Ein für beide Länder seltenes Ereignis. Und mit seinem 2002 erschienenen Krimi „Missa Solemnis“, der in der Lasberger Gemeinde nahe Freistadt spielt, sorgte Erich Leimlehner in der alten Heimat für einen gehörigen Wirbel. Denn einige Mühlviertler wollen sich in dem fiktiven Roman wiedererkannt haben.

Zwar fährt Erich Leimlehner heute nicht mehr schnell mal übers Wochenende ins Mühviertel, wie zu Zeiten, als seine Eltern noch gelebt haben, aber der pensionierte Pädagoge besucht nach wie vor regelmäßig seine Schwester und genießt die Wärme und Geradlinigkeit der MühlviertlerInnen:  „In der Schweiz gibt es zwar einen immensen Wohlstand und eine hohe materielle und soziale Sicherheit, aber man weiß als Österreicher nie, wie man bei den Schweizern dran ist“, erzählt Leimlehner. Im Grund seien sich aber beide Nationen sehr ähnlich und beim Skifahren werde eine ordentliche Rivalität gepflogen – ähnlich wie beim Fußball zwischen der Alpenrepublik und Deutschland.

So wie sich Erich Leimlehner als junger Mensch gegen den Rat seines Vaters, nicht ins Ausland zu gehen, entschieden hat und diesen Schritt rückblickend nicht bereut hat, so sollten sich auch heute junge Menschen bei ihren Vorhaben, die Welt zu erkunden, nicht bremsen lassen. Das legt der gebürtige Lasberger speziell jungen Menschen ans Herz. Aber auch im Alter sollten Menschen sich keine Grenzen setzen. Und das hält auch Erich Leimlehner selbst so, der gerade – im 80. Lebensjahr – an seinem dritten Buch schreibt. „20 Seiten sind schon fertig“, schmunzelt er.

(c) privat

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